Donnerstag, 07 Januar 2021 17:18

Tourentipp 4: Nahesteig

Nahesteig

Nahesteig Diana Grandmaire

Foto: Diana Grandmaire

Der Premiumweg erschließt die ursprünglich gebliebene Landschaft an der Oberen Nahe. Unberührte Flussauen, in denen noch der Eisvogel auf Jagd geht, und wilde Felslandschaften wechseln sich ab. Mal wandert man direkt am Fluss, dann darf man sich auf aussichtsreiche Höhen freuen, von denen der Blick bis zu den hohen Bergen des Hunsrücks schweift. Unterschätzen sollte man den Weg durchs Nahetal nicht. Die 35 Kilometer lange Tour ist streckenweise richtig anspruchsvoll. Schwindelfreiheit ist an jenen Abschnitten kein Fehler, wo Seile beim Auf- und Abstieg durch atemberaubend steile Prallhänge des Flusses helfen. Trittsicherheit ist bei amüsanten Querungen des Flusses auf Trittsteinen nötig. Dem Begriff „Steig“ in seinem Namen, macht der Nahesteig alle Ehre.

Die Wanderung kann in beide Richtungen erwandert werden. Wer in Hoppstädten-Weiersbach beginnt, folgt dem Fluss talabwärts und beendet die Tour in der Edelsteinstadt Idar-Oberstein. Die 35 Kilometer lassen sich leicht auf zwei oder drei Tagesetappen einteilen. Fünf Bahnhöfe und weitere Etappenziele mit Busanschluss entlang der Strecke ermöglichen eine individuelle Tourenplanung.

Der Gewässer-Erlebnispfad Obere Nahe ist ideal als Auftakt für das Erlebnis. Spielstationen und Schautafeln erläutern die Landschaft und die Flora und Fauna der Auenlandschaft. Zweimal muss man auf diesem Abschnitt bereits zeigen, dass man sicheren Trittes ist. Trittsteine helfen erst über den Steinaubach – quasi zum Aufwärmen – dann über die Nahe hinweg. Auch die Kelten sind wie auf so vielen Wanderungen im Hunsrück allgegenwärtig. Unweit des Wegeportals beeindruckt die Rekonstruktion eines keltischen Schaugrabhügels im Umwelt-Campus Birkenfeld. Am keltischen Baumkreis mit Baumhoroskop kann man sich auf die Suche nach seinem individuellen Geburtsbaum machen.

Der Nahesteig folgt einem historischen Kirchenpfad in Richtung Heimbach, bevor es zum ersten Mal „urig“ wird. Eine sehr naturnahe Passage führt erst durch eine Wald- und Auenlandschaft, dann einen steilen Hang hinab zum Naheufer, durch Wald und Wiesen wieder hinauf zum alten Kreuz im Scheidtwald und weiter bergauf zu den Heimbacher Höfen. Ein traumhafter "fast 360°-Blick" entschädigt für den Aufstieg. Weiter führt der Steig zum Aussichtspunkt "Eisenbahner-Glück". Hier ist der Name Programm, lässt sich doch gut der Verlauf der Nahetalbahn überblicken!

Der Nahesteig nutzt einen malerischen, alten Fischerpfad für den Weiterweg nach Nohen (Bahnhof), wird zum schattigen Hohlweg, quert das beeindruckend enge Rohrbachal und führt auf dem „Odels-Uwe-Weg“ nach Kronweiler (Bahnhof/Lebensmittelgeschäft). An der Höhle „Odels Uwe“ gibt es eine von insgesamt acht Servicestationen am Weg. Wer ein Pflaster braucht, bedient sich kostenlos in diesen „Waldapotheken“. Eine anschließende E-Mail ans Wegeteam des Nahesteiges hilft, dass auch nachfolgende Wanderer die kleinen Hilfen in Anspruch nehmen können. An Weibersprung und Klausfelsen rücken die Hänge links und rechts der Nahe ganz eng zueinander. Fast bleibt kein Platz mehr für Fluss, Bahn und Straße, ehe sich das Tal bei Enzweiler wieder weitet. Nach dem Rastplatz an der Oberbrombacher Fischerhütte geht es ein letztes Mal bergauf, belohnt von einer schönen Aussicht vom „Naheblick“ auf die tief untenliegende Flussschleife. Zwischen steilen Felsen und der Nahe wandert man durch das Naturschutzgebiet Kammerwoog-Krechelsfels, dem Ziel Idar-Oberstein entgegen. Die Ruine der Hoppstätter Achatschleife (auch hier ist eine Servicestation) kündigt die Edelsteinstadt an.

Index Wandern (mittel/schwer)
Start: Hoppstädten-Weiersbach (Bahnhof Neubrücke)

Ziel: Idar-Oberstein

Anforderungen: 35 Kilometer / 11 Std. (oder besser in mindestens 2 oder auch 3 Tagesetappen)
Fluss-Wanderweg entlang dem Tal der Nahe mit durchaus anspruchsvollen, anregenden Abschnitten, die Trittsicherheit verlangen.
Höhepunkte: Schaugrabhügel und Keltischer Baumkreis in Hoppstädten-Weiersbach, Aussicht auf die Bahnstrecke der Nahetalbahn, die wilde Felsenlandschaft im Nahetal, historische Achatschleife, Edelsteinstadt Idar-Oberstein
Einkehrmöglichkeiten/Übernachtungen:

In den Orten am Weg, u.a. in Nohen und Sonnenberg-Winnenberg
Beste Wanderzeit:
April bis Oktober.
Hinweis: Am Weg helfen acht Servicestationen (eine sogar mit Weinschrank, € 2,50 für ein Fläschchen Nahewein) mit „Waldapotheken“ (mit z.B. kostenfreien Pflastern, Kühlpacks, Zeckenkarten) bei kleinen Blessuren.

Tipp: Auf Vorbestellung gibt es bei den Wirten am Weg das „Nahesteig-Picknick“ im roten Beutel zum Abholen für die Rast an der Strecke.

BoW Hunsrück 2021

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